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27.09.2016

Am ersten Herbstwochenende veranstaltete die Züchterzentrale des Rheinisch-Bergischen Kreises einen wunderschönen „Tag der Landwirtschaft“. Neben zahlreichen Aktivitäten bildete die Bezirkskuhschau einen hervorragenden Höhepunkt dieser Veranstaltung. Wie vor vier Jahren stand der „Hebborner Hof“ von Peter Lautz in Bergisch Gladbach als Ausstellungsflä-che zur Verfügung.


Die Eröffnung der Schau erfolgte in der großen Reithalle mit einem ökumenischen Morgengebet und einem Erntedankempfang der Kreisbauernschaft. Bei strahlendem Sonnenschein füllte sich das weitläufige Gelände schon am frühen Morgen. Zahlreiche Fachbesucher, aber auch sehr viele, die sich vor Ort über die aktuelle Landwirtschaft informieren wollten, fanden sich an den Richtringen und an den zahlreichen Ständen rund um die Landwirtschaft wieder. Der Zuspruch zur Schau ist sicherlich ein großer Erfolg für die Veranstalter und dürfte für alle Beteiligten Motivation sein, diese Veranstaltung auch in der Zukunft weiter anzubieten.

 

Für das Richten der Holsteins und der kleinen Fleckviehkollektion hatten die Veranstalter Matthias Bongardt, Rees, und Uwe Müller, Fließem, eingeladen. Beide arbeiteten ruhig und betonten, dass die Qualität der einzelnen Gruppen immer wieder zu schwierigen Entscheidungen führte. Letztendlich fanden sie immer treffende Begründungen und konnten den Besuchern am dicht besetzten Ring ihre Entscheidungen plausibel machen.


Bernd Lohmann gewinnt Züchtersammlungen

Den Auftakt machten in zwei Ringen jeweils vier Einzelzüchtersammlungen. Ring 1 entschied Bernd Lohmann mit einer harmonischen Gruppe kapitaler Kühe, die mit überzeugendem Euter antraten. Ihm folgte die Sammlung von Hans-Georg Theunissen, die ganz knapp vor der ausgeglichenen Sammlung von Jörg Faber stand. Im Ring 2 waren es drei Kühe von Eberhard Brochhaus, die aufgrund der Feinheit im Skelett und des ausgesprochen guten Typs vor der Sammlung von Christoph Hamacher stand, der drei starke Euterkühe ins Rennen geschickt hatte. Diese wiederum stand vor der Sammlung der kraftvollen Kühe von Markus Theunissen. Bei der Vergabe der Siegerschärpe setzte sich die Sammlung von Bernd Lohmann aufgrund der ausgeglichenen Körper und der einheitlichen Euter durch vor der Sammlung von Eberhard Brochhaus, die den Reservesiegerpreis zugesprochen bekam. Bernd Lohmann blieb sich treu – seit vielen Jahren stellt er bei Bezirkskuhschauen Spitzensammlungen vor, die immer wieder mit Sieger- und Reservesiegerpreisen die Heimreise antreten können.

 

Fleckvieh ‚Milch‘ im Ring

Bevor es in den Holstein-Ringen um die Einzelentscheidungen ging, stellte der Zuchtbetrieb Stefan Kaufmann zwei Fleckviehkühe der Zuchtrichtung ‚Milch‘ vor. Die junge Wille-Tochter Wolke gefiel durch gute Bemuskelung, bewegte sich auf super Fundamenten und bestach insbesondere durch die gute Euterqualität und stand so vor der kraftvollen Mandy-Tochter Eva.

 

Gut beschickte Holstein-Konkurrenz

Im Schauablauf ging es dann von Jung nach Alt – und so steigerte sich auch die Qualität der Tiere. Bereits die Färsenklassen konnten durchaus überzeugen. In den drei Klassen siegte zunächst die Zuchtstätte Bernd Flatten mit Snowstar, einer kompletten körperstarken Snow RF-Tochter vor einer jungen typischen Ferrari-Tochter mit super Euter aus dem Stall von Ernst-Wilhelm Frickenhaus. In der zweiten Klasse war es die Lauthority-Tochter SBH Whistle der Spielberg Holsteins GbR, die vom Richter aufgrund des guten Typs und der tiefen Rippe vor die Glauco-Tochter THL Wenke von Thomas Börsch gesetzt wurde, die über ein komplettes Euter verfügte. In der letzten Färsenklasse stand eine mit tollen Übergängen ausgestattete AltaAvalon-Tochter von Helmut Oberdörster auf 1a. Ihr folgte aus dem Bestand von Manfred Bonn eine Goldday-Tochter, die durch tiefen Körper und ein sehr gutes Hintereuter auf sich aufmerksam machte. Bei der Siegerentscheidung erhielt dann die Färse von Oberdörster die Siegerschärpe vor der Reservesiegerin SBH Whistle aus der Spielberg Holsteins GbR.

 

Bei den mittleren Klassen waren es fünf Ringe, in denen die Spitzentiere gesucht wurden. Zunächst standen in drei Ringen Kühe mit zwei Abkalbungen in der Konkurrenz. Hier war es Markus Theunissen gelungen, mit seiner Carall-Tochter Hazel, die sich mit viel Stärke und Tiefe sehr harmonisch vorstellte, eine 1a-Platzierung zu erringen. Ihm folgte im Ring Elwa, eine schicke, milchtypische Stanislav-Tochter der Landwehr GbR. Manfred Bonn gewann in seinem Ring gegen die Konkurrenz mit einer starken Sterngold-Tochter, die neben dem Körper mit perfekten Übergängen auch durch ein drüsige, fest ansitzendes Euter glänzte. 1b wurde in diesem Ring die Damion-Tochter Yvory von Eberhard Brochhaus – sie bestach durch Harmonie im Körper und gefiel besonders mit der tiefen Rippe. Wiederum an Markus Theunissen ging der 1a-Preis für Hostess, eine Snowcat-Tochter, die in ihrer Klasse eine klare Spitze darstellte. Der Richter lobte sie als korrekte junge Kuh, die sich sehr milchtypisch mit einem festen und langen Euter präsentierte. 1b sicherte sich Marco Mickenhagen mit der Alchemy-Tochter Sanchez, die sich mit optimaler Strichplatzierung zeigte. Ebenfalls als klare Nummer 1 im Ring stellte Bernd Lohmann seine Atwood-Tochter Victoria vor – viel Körper und sehr gute Rippenwölbung, gepaart mit einem tollen Milchcharakter und einem top Euter, waren die Basis, sie vor die ebenfalls tiefe, körperstarke Lauthority-Tochter Laura von Christoph Hamacher zu stellen. Im letzten Ring der mittleren Kühe konnte wiederum Bernd Lohmann als 1a-Preisträger den Ring verlassen. Auch seine Dempsey-Tochter Pretoria war von der Aladdin-Tochter Jenni der Landwehr GbR nicht zu gefährden. Pretoria begeisterte den Richter durch ihren tadellosen Körper mit besten Übergängen und einem klasse Euter. Es war für die Besucher bei der starken Konkurrenz allerbester Kühe, die dann zur Siegerauswahl angetreten waren, bald klar, dass Pretoria von Bernd Lohmann auch als Siegerin der mittleren Klassen nicht zu schlagen war. Wenn auch nur knapp – aber doch in allem nachvollziehbar – ging die Snowcat-Tochter Hostess von Markus Theunissen in dieser Abteilung als Reservesiegerin aus dem Ring.

 

Waren in den mittleren Ringen schon sehr gute Kühe zu sehen, zeigten die Beschicker der Bezirkskuhschau, dass Holsteins auch im Alter noch über besonders gute Schauqualität verfügen. In der ersten Klasse der Reihe der Kühe mit vier Abkalbungen stand Clarissa (V: Derek 2) von Christoph Hamacher auf 1a – eine durchaus jugendlich wirkende ältere Kuh, die durch gute Übergänge, ein super Voreuter und ein hohes Hintereuter nicht zu schlagen war. Aber auch die Atlas-Tochter The Sherpa von Hans-Georg Theunissen auf 1b zeigte viel Frische im Körper und ein sehr gutes Fundament. Markus Theunissen ging als 1a-Preisträger aus dem zweiten Ring der Kühe mit vier Kalbungen nach Hause, diesmal mit der rotbunten Lisboa (V: Jotan), die sehr körperstark mit gutem Euter gefiel. Ihr folgte im Ring die Zabing-Tochter von Manfred Bonn, die sich mit ähnlicher Qualität Lisboa nur knapp geschlagen geben musste. Auch wenn es nur eine kleine Anzahl war – die wirklich alten Kühe waren ein krönender Abschluss in den Einzelringen: ausbalanciert, elegant, gleichmäßig entwickelt, ausgestattet mit sehr gutem Voreuter und hervorragendem Hintereuter – das war der Kommentar des Preisrichters zur sechskalbigen Faruk-Tochter Galante von Christoph Hamacher, die hier ganz eindeutig vorne ging. Ihr folgte mit The Saphir (V: Boss II) die älteste Kuh der Schau. Hans-Georg Theunissen stellte mit The Saphir eine Kuh mit sieben Kalbungen vor, die sich noch sehr vital, mit viel Kapazität und einem sehr guten Becken zeigte. Bei der Auswahl der Siegerkuh Alt war es hier keine schwere Entscheidung, Galante diesen Titel zuzusprechen. Ihr folgte als Reservesiegerin die Derek 2-Tochter Clarissa, die Stallgefährtin zu Galante aus dem Bestand von Christoph Hamacher.

 

Championkür im großen Ring

Im großen Ring standen als Höhepunkt der Schau alle Sieger aufgestellt. Neben den Holsteins und Fleckvieh ‚Milch‘ waren hier auch die Sieger aus dem Fleischrinder-Richtwettbewerb zu sehen. Vertreter der Rasse Charolais, Fleckvieh ‚Fleisch‘, Blonde d‘Aquitaine, Pinzgauer und Limousin rundeten das hervorragende Schaubild ab. Für die Abteilung Milchkühe war schnell klar, dass Galante von Christoph Hamacher als „Miss Bergisch Land“ gekürt wird. Seit diese Auszeichnung vergeben wird, hat diesen Titel zum ersten Mal dieselbe Kuh zum zweiten Mal für sich verbuchen können. Bei der Abteilung der Fleischrinder stand der Limousin-Bulle Bruce Pp aus der Zucht von Buchmüller eindeutig als Gesamtsieger der bergischen Tierschau fest.

 

Christian Eicker siegt im Tierbeurteilungswettbewerb

Zur bergischen Tierschau gehört traditionell der Tierbeurteilungswettbewerb, den die LK NRW organisiert. Hier gewann in der Gruppe der bis zu 14-Jährigen Louis Hedfeld, Kierspe, vor Simon Mickenhagen, Wipperfürth, und Jonas Bonn, Much. Bei den älteren Teilnehmern sicherte sich der erfahrene Christian Eicker, Wipperfürth, den ersten Platz und er erhielt auch als Gesamtsieger des Wettbewerbs die Auszeichnung. Ihm folgten aus Radevormwald Birk Fink und Fabian Fuchs.

 

Jungzüchter mit enormem Engagement

Ohne Zweifel ein besonderer Höhepunkt ist der Jungzüchterwettbewerb bei einer Kuhschau. Im Teilnehmerfeld ging es ab vier Jahren los. Jessica van Sloun, Heinsberg, ging als Richterin auf die Jungzüchter ein und stellte ihnen allesamt ein erstklassiges Zeugnis aus. Bei den jungen Teilnehmern war es die 11-jährige Julia Mickenhagen, die mit ihrer Vorführleistung siegte. Simon Rückels (19) konnte sich erfolgreich bei den älteren Teilnehmern durchsetzen und erhielt auch den Gesamtsiegerpreis beim diesjährigen Vorführwettbewerb zugesprochen.

 

Mit ihrem Engagement konnten die bergischen Züchter einmal mehr nicht nur den Fachbesuchern den hohen Stand der heimischen Tierzucht zeigen. Bei allerbestem Schauwetter war der Hebborner Hof an diesem Tage mit Sicherheit die beste Gelegenheit für Besucher, sich vor Ort über die heimische Landwirtschaft in aller Breite zu informieren. Dank gilt den Veranstaltern, aber insbesondere den Beschickern der Schau, die mit viel Liebe und Leidenschaft erst ein solches Großereignis ermöglicht haben.

 

Dr. Werner Ziegler

 

 

Prämierungsergebnisse der KTS und BEZ-Kuhschau Bergisch Gladbach 25.09.2016 (pdf-Datei)

Siegerkuh alt: Christoph Hamacher aus Kürten kann die Präsentation der Siegerkühe in den alten Klassen seinen Söhnen Tom und Henry überlassen. Der Siegerpreis geht an die sechskalbige Faruk-Tochter Galante, die spätere Miss Bergisch Land, deren herausragendes Fundament verbunden mit einem harmonischen Körper und lang und fest angesetzten Euter den Preisrichtern imponiert. Reservesiegerin wird ihre Stallgefährtin Derek2-Tochter Clarissa.

Siegerkuh jung: Die Dempsey-Tochter Pretoria von Bernd Lohmann kann mit enormer Frische und einem enorm lang und fest aufgehängten Drüseneuter den Siegerpreis bei den zweit-und drittkalbigen Kühen den Sieg erringen. Reservesiegerin wird die körperstarke und korrekte Snowcat-Tochter Hostess von Markus Theunissen aus Wipperfürth.

Siegerfärse: Die AltaAvalon-Tochter von Helmut Oberdörster, Neunkirchen-Seelscheid, gewinnt den Titel Siegerfärse vor der Lauthority-Tochter SBH Wistle der Spielberg Holsteins GbR aus Much.

Bernd Lohmann aus Hückeswagen kann seinen Vorjahreserfolg wiederholen und stellt die Siegersammlung bei der Bezirksschau Bergisch Land mit drei lang linierten, großrahmigen und euterstarken Drittkalbskühen.

Die Sammlung von Eberhard Brochhaus aus Kürten imponiert mit sehr edlen, ausgeglichenen Kühen mit sehr drüsigen Eutern, die ihrem Züchter – wie im Vorjahr - den Reservesieg bei den Sammlungen sichert.

Für Simon Rückels aus Burscheid (hinten im Bild) ist der Gesamtsieg im Vorführwettbewerb mit seiner Golden Dreams-Tochter „Golden Black Bömmel“ (der Name erschließt sich dem Betrachter bei genauerem Blick auf das Vorführtier) ein hartes Stück Arbeit. Den Reservesieg gewinnt Julia Mickenhagen aus Wipperfürth mit der Ladd P-Tochter Jill. (Fotos: Hubert Fischer)

Der RUW-Vorsitzende Helmut Jäger gratuliert Christian Eicker zum Gesamtsieg beim Tierbeurteilungswettbewerb. (Foto: Dr. Werner Ziegler)