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04.07.2016

Seit Februar 2012 gilt Deutschland als frei von der Blauzungenkrankheit. In den Jahren davor wurde ausgehend von der Pflichtimpfung in den ersten Jahren nach dem Ausbruch im Jahr 2006 die Impfung zunächst auf freiwilliger Basis fortgeführt und ist seit dem Jahr 2012 aufgrund der Blauzungen-Freiheit Deutschlands schließlich verboten worden.


Mit dem weiteren Voranschreiten der Ausbreitung des Serotyp 8 in Frankreich und des Serotyp 4 in Südosteuropa seit dem Jahr 2015 wurde die EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung vom 30. Juni 2015 im Mai 2016 dahingehend geändert, dass eine prophylaktische Impfung gegen die Blauzungenkrankheit wieder ermöglicht wurde.

 

Nun stellt sich für viele Rinderhalter die Frage: Impfen oder nicht impfen?

Aus Sicht der Seuchenprophylaxe ist eine möglichst flächendeckende Impfung sinnvoll und könnte einer weiteren Ausbreitung insbesondere des Blauzungen-Serotyp 8 aus Frankreich entgegenwirken. Ob sich allerdings auf freiwilliger Basis die notwendige Impfdichte erreichen lässt, um die weitere Verbreitung über die Gnitzen, die mit der Hauptwindrichtung Süd-West gute Bedingungen für das Vordringen in das RUW-Verbandsgebiet vorfinden, bleibt fraglich.

 

Auf der anderen Seite stellen sich viele Rinderzüchter, die aktiv an der Exportrindervermarktung teilnehmen, die Frage, ob sich durch eine Blauzungen-Impfung Nachteile bei der Vermarktung ihrer Tiere ergeben. Hier alle Länder im Detail zu beleuchten, führt nur zu weiterer Verwirrung. Bei den meisten Importländern ist Blauzungen-Freiheit Deutschlands die Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Export. Bei etlichen Ländern ist eine Impfung in den Exportbedingungen als möglich vermerkt, das mengenmäßig stärkste Importland für deutsche Zuchtrinder des letzten Jahres, die Türkei, importiert nur Rinder, die nicht gegen Blauzunge geimpft wurden.

 

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte, ist eine generelle Empfehlung für oder gegen eine Blauzungenimpfung nur sehr schwer zu geben. Hier sollte jeder Betriebsleiter für sich überlegen, wo die Prioritäten zu setzen sind. Betriebe, die regelmäßig Rinder in den Export vermarkten, könnten beispielsweise ihren Kuhbestand mittels Impfung schützen, die für den Export vorgesehen Färsen und die Nachzucht könnten von einer Impfung ausgeschlossen werden, auch wenn diese Vorgehensweise aus Sicht der Seuchenprophylaxe durchaus kritisch zu sehen wäre. Hierbei spielen sicherlich die betriebsindividuellen Erfahrungen aus dem letzten Blauzungenzug eine wichtige Rolle, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Erkrankungserscheinungen in Frankreich aktuell lange nicht so stark ausgeprägt sind wie vor zehn Jahren.

 

Bitte unbedingt beachten!

Alle Impfungen müssen auf jeden Fall in der HIT-Datenbank durch den Tierarzt dokumentiert werden!

 

Sollte Deutschland den Status als „Blauzungen-freie-Region“ durch die ersten nachgewiesen Erkrankungen verlieren, ändert sich die Situation wiederum von Grund auf, da in diesem Falle die Veterinärzertifikate mit nahezu allen Importländern in diesem Punkt angepasst werden müssen.

 

Klemens Oechtering