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RINDER-UNION WEST eG
Schiffahrter Damm 235a
48147 Münster
Tel: +49(0)251-92 88-0
Fax: +49(0)251-92 88-219/236
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18.03.2016

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15 war geprägt durch das endgültige Auslaufen der Milchquote im April 2015. Der Wegfall der Quote, der politisch motivierte Handelsstopp mit Russland sowie das Schwächeln des Milchhandels auf dem Weltmarkt haben zu einem deutlichen Verfall der Milchpreise geführt. Das Überangebot auf dem globalen Milchmarkt hatte empfindlich negative Auswirkungen auf die Erlössituation der milchviehhaltenden Betriebe und somit auf die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Hiervon blieb auch die Ertragsentwicklung der Rinder-Union West eG im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 nicht unberührt. Entsprechend kritisch äußerten sich der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Buxtrup sowie die Geschäftsführer Werner Wilkes und Dr. Jürgen Hartmann bei der diesjährigen Vertreterversammlung in Hamm zur aktuellen Situation. Dennoch stellten sie ein gutes Geschäftsergebnis vor und machten deutlich, dass auch in kritischen Zeiten die RUW eine feste Größe an der Seite ihrer Mitgliedsbetriebe geblieben ist und bleiben wird.


Der Gesamtumsatz der RUW konnte um 1,7 Mio. € oder 2,7 % auf 66,4 Mio. € nochmals gesteigert werden. Die verbesserte Entwicklung war insbesondere der guten Umsatzausweitung im Geschäftsbereich Tiervermarktung zu verdanken. Während sich hier die Umsätze um 6,1 % erhöhten, reduzierten sich demgegenüber die wertmäßigen Umsätze in der Besamung um 2,6 %.

Trotz der Ausweitung des Gesamtumsatzes war das ordentliche Ergebnis mit 2,8 Mio. € spürbar rückläufig. Im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten wurde dennoch eine beachtliche Warenrückvergütung, und zwar in Höhe von 2,51 Mio. € beschlossen und in die Bilanz eingestellt.

 

Besamung

Obwohl die Anzahl der Besamungsbetriebe um 4,6 % abnahm, konnte mit insgesamt gut 823 000 Gesamtbesamungen erneut eine Bestmarkte erzielt werden. Die Zahl der Erstbesamungen stieg im Gegensatz zum Vorjahr um + 0,9 % bzw. + 4 057 Erstbesamungen wieder leicht an und erreichte mit 440 209 Erstbesamungen den höchsten Wert seit zehn Jahren! Die in der Rabattaktion 2014/15 verkauften Spermaportionsmengen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 18 % auf knapp 200 000 Portionen. Diese Steigerung sowie der preisbewussten Spermaeinkauf im traditionellen Besamungsgeschäft hat zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 511 T€ auf insgesamt 21,9 Mio. € geführt. Diesbezüglich ist anzumerken, dass den RUW-Mitgliedern neben der zurückgestellten Warenrückvergütung bereits Preisnachlässe als Liquiditätsunterstützung in Höhe von 1,9 Mio. € gewährt worden sind. Die RUW sieht diesen Beitrag als Zeichen der Solidarität gegenüber den teilnehmenden RUW-Mitgliedern.

 

Vermarktung

Die RUW konnte die erfolgreiche Entwicklung in der Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh im Geschäftsjahr 2014/15 weiter fortsetzen. Wachstumstreiber für die expandierende Entwicklung war wiederum der Export. Mit insgesamt rund 54 300 verkauften Tieren wurde das Spitzenergebnis des Vorjahres nochmals um 3 120 Tiere übertroffen, was einer Steigerung von 6,1 % entspricht. Der wertmäßige Gesamtumsatz bei den monatlichen Auktionen verringerte sich um 4,9 % auf 11,4 Mio. €.

 

Zucht

Zum Bilanzstichtag Ende September 2015 ist die Zahl der Herdbuchkühe in den RUW-Mitgliedsbetrieben auf einen neuen Rekordwert von 325 373 Tieren gestiegen. Hingegen verringerte sich erneut die Anzahl der Herdbuchbetriebe um 131 Betriebe oder 3,3 %, sodass der Durchschnittsbestand auf 86 Kühe pro Betrieb (+ 3,3 Kühe) gewachsen ist. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Zucht haben sich gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % auf 1,6 Mio. € in 2014/15 erhöht. Die Erhöhung der Einnahmen in diesem Bereich betreffen im Wesentlichen mit 1,4 Mio. € die Herdbuchbeiträge.

 

Ehrenamt

Der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Jäger aus Korschenbroich im Rheinland wurde vom Aufsichtsrat am 24. Februar 2016 neu in den Vorstand der Rinder-Union West eG in Münster gewählt. Kurz darauf wählte ihn der Vorstand in einer konstituierenden Sitzung zu seinem neuen Vorsitzenden. Er folgt auf Josef Hannen aus Tönisvorst, der sich nach 14-jähriger Amtszeit nicht erneut zu Wahl gestellt hatte. Bereits seit Gründung der RUW war Josef Hannen Mitglied des Aufsichtsrates und hat in seinen Funktionen als Aufsichtsrats- und später als Vorstandsvorsitzender maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der Rinder-Union West eG beigetragen.

Neben Josef Hannen gab zudem der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hermann Schwalen aus Leidenborn sein Amt auf. Für ihn wurde der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzenden Alfred Bormann aus Biesdorf in den Vorstand gewählt.

Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Rinder-Union West eG danken Josef Hannen und Hermann Schwalen für ihre langjährige und verdiente ehrenamtliche Arbeit.

 

Wieder komplettiert wurde der Aufsichtsrat durch die neu gewählten Mitglieder Niko Billen aus Kaschenbach und Heinrich Driehsen aus Tönisvorst. Zudem wurde Frank Osterhaus aus Lengerich und Hans-Georg Theunissen aus Kürten neu in den Aufsichtsrat gewählt, da Heinrich Lölfer aus Steinfurt aus Altersgründen ausgeschieden ist und Bernhard Paßmann aus Alfter auf eigenen Wunsch nicht zur Wiederwahl stand. In ihrem Amt bestätigt wurden Heinrich Buxtrup aus Nottuln, Ernst-Wilhelm Frickenhaus aus Wülfrath, Robert Knops aus Nörvenich, und Inse-Marie Stalter aus Zweibrücken.

 

Für einen interessanten und gleichsam fachlich beeindruckenden Abschluss sorgte der Gastreferent Dr. Markus Jung. Er ist Direktor am Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. und referierte zum Thema „Miteinander zu einem effizienten Fruchtbarkeitsmanagement“.

Zu Beginn stellte er die Aus- und Weiterbildung als Tierzuchttechniker in enger Zusammenarbeit mit der Rinder-Union West eG dar.

Dr. Jung verdeutlichte den Vertretern, welches die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit der Milchkuh sind. Einen hohen Stellenwert spielt dabei die ständige Überwachung der Tiere, die der Landwirt durch technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel das Brunsterkennungssystem Heatime optimieren kann. Bei seinen Ausführungen stellte er immer wieder die sehr enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Tierzuchttechnikern und Tierärzten in den Vordergrund. Denn nur mit einem guten Miteinander kann eine hohe Fruchtbarkeit erreicht werden.

 

 

Die nächste RUW-Vertreterversammlung findet am 23. März 2017 statt!


Dr. Markus Jung vom Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. referierte zum Thema "Miteinander zu einem effizienten Fruchtbarkeitsmanagement."