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RINDER-UNION WEST eG
Schiffahrter Damm 235a
48147 Münster
Tel: +49(0)251-92 88-0
Fax: +49(0)251-92 88-219/236
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11.08.2017

Mit einem Preisplus von 160 € hatte die Zuchtviehversteigerung der Rinder-Union West eG am Donnerstag, den 10. August 2017 in der Eifelhalle in Bitburg einen flotten Verlauf. Gerade Kunden aus Belgien und Luxemburg hatten hieran einen maßgeblichen Anteil und konnten ihren Bedarf noch nicht einmal komplett decken. Die gestiegenen Preise und die flotte Nachfrage sollten für die Beschicker der Region Ansporn genug sein, den heimischen Auktionsplatz wieder stärker zu beschicken.


Hornlos gefragt

 

Dem Aufruf: „Wir wollen hornlos!“ sollten die Deckbullenaufzüchter, aber auch alle anderen, durchweg noch mehr Beachtung schenken. Anfragen und Kaufaufträge für Deckbullen gehen immer eindeutiger in diese Richtung. So auch für die Kat.-Nr. 3, JOH Selekt, ein hornloser schwarzbunter Bulle aus einer tiefen, sehr langlebigen Kuhfamilie vom Züchter Johann Hoffmann aus Stockem. Der Bulle präsentierte sich fehlerfrei, mit sehr viel Eleganz und tadellosen Übergängen, wofür ein Kunde aus dem Kreis Mainz-Bingen bereit war 2.000 € anzulegen. Der Sellabull-Sohn hat die bekannte JOH Lea (EX 90) als Mutter. Sie steht in der achten Laktation und hat ihre Höchstleistung mit knapp 13.000 kg abgeschlossen. Großmutter JOH Lydia war erfolgreich auf Schauen, ist mit 89 Punkten bewertet mit ebenfalls sechs Laktationen. Ein rundum klasse Profil. Für 2.000 € im Zuschlag ersteigerte den Bullen MAX Balsak ein Milchrinderhalter aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Dieser Bulle stammt aus der Zucht von Stefan Marxen, Dingdorf und wurde vom Junior Sebastian tadellos präsentiert. Zu Recht erhielt er höchste Formwerte und zeigte sich für sein Alter von gerade 12 Monaten extrem gut entwickelt. Mit Ferrari und Stylist stehen grundsolide Vererber auf der mütterlichen Seite. Mit Baltikum hat er einen hohen zuchtwertgeschätzten Vater. Neben den hohen Leistungen, deutlich jenseits der 11.000 kg, waren es bei diesem Bullen sicherlich auch die über 3,8% Eiweiß, die ihn so attraktiv machten.  

 

Es müssen deutlich mehr sein

 

Die Attraktivität eines Marktplatzes ist neben der Qualität selbstverständlich auch maßgebend von der Quantität, in diesem Fall den Auftriebszahlen, abhängig. Bei einem sich zaghaft belebenden allgemeinen Milchmarkt stiegen die Preise und die Nachfrage. Wünschenswert ist jedoch nach wie vor eine größere Stückzahl um mehr Kunden zu erreichen.

Neben den interessierten Käufern nutzten auch einige andere Landwirte die Unterbrechung der Ernte aufgrund des Regens, um sich einen Überblick zum Zuchtviehmarkt zu verschaffen. So war die Halle sehr gut besetzt. Neben der guten Qualität im Allgemeinen stachen wie immer einige abgekalbte Holsteinfärsen besonders hervor. So PM Fernanda, eine Tochter des sehr beliebten deutschen Top-Vererbers Big Point. Sie stammt aus der Zucht von Peter Meutes aus Rommersheim und hat eine 88 Punkte Samuelo-Mutter und 87 Punkte Rudolph-Großmutter. Dieser Kuhstamm spiegelt Langlebigkeit auf hohem Niveau wider, denn beide Kühe haben sieben Laktationen sehr hohe Leistungen erbracht. Hier stehen in der Spitze fast 14.000 kg Milch bei sehr ansprechenden Inhaltsstoffen. Doch die Big Point-Tochter selbst konnte auch in allen Belangen überzeugen: sehr groß, lang, absolut korrekt in allen Typmerkmalen und dies bei einem sehr festen, hoch angesetzten und top geviertelten Euter. Eine erste Kontrolle mit über 30 kg Milch runden ihr Profil ab, und ein bekannter Züchter aus Luxemburg erhielt hierfür den Zuschlag bei 2.400 €. Mit 2.300 € folgte preislich die erste Holsteinfärse der Versteigerung. BaS Dagmar ist eine dunkel gezeichnete, sehr starke, schwere Atwood-Tochter aus dem Stall von Christian Bange, Seibersbach. Mit Toystory und Jesther stehen Leistungsvererber im Pedigree, was auch die Mütter entsprechend bewiesen haben. Ein treuer Kunde aus dem Saarland ersteigerte diese hoffnungsvolle Holsteinfärse. Die Seidenfaden GbR aus Mechernich erhielt für ihre schicke und in allen Einzelmerkmalen fehlerfreie, rotbunte Label P-Tochter 1.950 €. Ein Milchviehhalter aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich ersteigerte sie zur Ergänzung seines Bestandes. Alfred Bormann aus Biesdorf erhielt 1.850 € für seine absolut komplette, rotbunte Remake-Tochter, die in Kleve ihre Milch produzieren wird.    

 

Die nächste Zuchtviehversteigerung in Bitburg findet am Donnerstag, den 07. September 2017 statt. Anmeldeschluss hierfür ist Montag, 21. August 2017. Transportmöglichkeiten in alle Regionen, gewissenhafte Erfüllung von Kaufaufträgen, Kataloge und nähere Informationen erhalten Sie bei der Rinder-Union West eG, Hamerter Berg 1, 54636 Fließem, Tel. 06569 9690-0, Fax 9690-99. E-Mail: HReifer@ruweg.de / www.ruweg.de.

 

Gerd Grebener

 

 

Preisspiegel Zuchtvieh:

Angebot

Verkauft

€ von – bis

€ Ø

Diff.

Bullen

6

5

1.350 – 2.000

1.740

+155

Rinder

25

25

1.200 – 2.400

1.622

+162

Spitzenrind Kat-Nr 23, eine Big-Point-Tochter aus der Zucht der Peter Meutes GbR, Rommersheim, die für einen Zuschlag von 2.400 € nach Luxemburg verladen wurde.

Eins der Spitzenrind Kat-Nr 12, eine Atwood-Tochter aus der Zucht von Christian Bange, Seibersbach, die für 2.300 € ins Saarland zugeschlagen wurde. (Fotos: Heinrich Schulte)