339. Zuchtviehauktion in Hamm

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Die Frühjahrssonne belebt den Markt

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    Sie sicherte sich den Tageshöchstpreis am Färsenmarkt: Diese in allen Belangen überzeugende Lambda-Tochter (Kat.-Nr. 174) aus der Zucht von Karl-Heinz Eickhoff aus Oelde präsentierte sich schaufertig im Auktionsring und wurde für den Spitzenpreis von 4.600 € an einen Züchter aus dem Hochsauerlandkreis verkauft. © Klemens Oechtering
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    Teuerste rotbunte Färse der Märzauktion war diese Rompen Red-Tochter (Kat.-Nr. 133) aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt. Glasklare Fundamente, ein harmonischer Körperbau und eine passende Einsatzleistung waren Gründe genug für einen Züchter aus dem Oberbergischen Kreis den Steigpreis von 4.100 € zu investieren. © Klemens Oechtering
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    Aus der Stiepermann GbR aus Ladbergen stammte diese SIMON P-Tochter (Kat.-Nr. 59), die sich ganz entspannt im Auktionsring präsentierte und zum Gebot von 3.800 € an einen Züchter aus dem benachbarten Niedersachsen verkauft wurde © Klemens Oechterin
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    Aus der Zucht von Christoph Wissling aus Ahlen stammte diese tadellose Migel-Tochter (Kat.-Nr. 60) die für 3.800 € an einen Züchter aus dem Kreis Steinfurt verkauft wurde. © Wiebke Simon
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    Diese korrekte und natürlich hornlose SAILOR PP-Tochter (Kat.-Nr. 72) aus der Zucht von Andreas Pröbsting aus Everswinkel wurde für den Steigpreis von 3.000 € nach Belgien verladen. © Wiebke Simon

Ob es am Ende wirklich am sonnigen Wetter lag, das den heraufziehenden Frühling ankündigte oder vielleicht doch eher an der weiterhin anhaltenden starken Nachfrage nach Zuchtrindern aus dem In- und Ausland, sei dahingestellt.  Die 339. Zuchtviehauktion der Rinder-Union West eG am 4. März 2025 in der RUW-Arena in Hamm, verlief durchweg zügig und sorgte für zufriedene Gesichter bei den Verkäufern. Der Bullenmarkt pendelte sich auf Vormonatsniveau ein, die Preise am Färsenmarkt stiegen weiter an und auch am Jungviehmarkt wurden hervorragende Durchschnittspreise erzielt, die nicht zuletzt durch einige Tier mit interessanten Zuchtwerten stimuliert wurden.

Deckbullenmarkt

Das Angebot am Deckbullenmarkt war mit 19 verbandsanerkannten Bullen nicht allzu umfangreich, doch die Mehrzahl der Bullen konnte in der Entwicklung und im Exterieur die Wünsche der Käufer erfüllen. Und so entwickelte sich ein Marktverlauf mit einem zweigeteilten Bild. Die Gebote erfolgten entweder zügig und auf ansprechendem Niveau, so dass sich der Durchschnittspreis nahezu exakt auf dem Vormonatsniveau bei 2.413 € einpendelte, oder die Bullen verblieben nachfragebedingt im Überstand. Und auch das vielfach bekannte Bild, dass die hornlosen Kandidaten die Preisspitze besetzen, war diesmal nicht ganz so deutlich. Denn gleich den Höchstpreis am Deckbullenmarkt sicherte sich der Enclave-Sohn WAC Entourage, der aus dem Bestand von Hermann Wacker aus Steinfurt stammte und mit einem ansprechenden Gesamtzuchtwert und einem sehr ausgeglichenen Zuchtwertprofil punktete. Seine Großmutter ist die erfolgreiche Zuchtkuh RUW Regine EX-91 von Spark Red, die Bullen wie CR7 hervorgebracht hat. Ein Züchter aus dem Kreis Warendorf setzte sich mit dem Gebot von 3.600 € gegen die zahlreichen Mitbieter durch und erhielt den Zuschlag. Mit etwas preislichem Abstand folgte ein natürlich hornloser STREET P-Sohn, aus der Zucht von Ludger Tißen aus Kleve, der aus der BRETAGNE-Tochter THD Lovely EX-91 gezogen wurde und zum Steigpreis von 3.100 € in einen Zuchtbetrieb im Kreis Coesfeld wechselte. Den preislich dritten Rang teilten sich gleich drei Bullen, die jeweils zum Steigpreis von 2.900 € zugeschlagen wurden. Ein natürlich hornloser SKAT P-Sohn mit einem Gesamtzuchtwert von gRZG 147 aus der Zucht von Meinolf Heihoff Schwede aus Delbrück wurde im Kaufauftrag nach Bayern vermittelt. Ein ebenfalls hornloser Sirius P-Sohn aus dem Bestand von Hermann Wacker, mit einem gRZG von 142 wechselte in den Hochsauerlandkreis. Und last but not least wurde ein Rammstein-Sohn mit gRZG 148 gezogen aus einer STAR P-Mutter aus der Zucht von Matthias Zielenbach aus Wenden an einen Züchter im Kreis Wesel verkauft.

Färsen bleiben stark gesucht

Das Angebot am Färsenmarkt hatte auch größer sein dürfen, da am Ende der Auktion durchaus noch Käuferpotential vorhanden war. Dennoch agierten alle Käufer qualitäts- und preisorientiert. Für korrekte Laufstallfärsen mit Leistungsbereitschaft und Entwicklungspotential wurden spielend Steigpreise oberhalb von 3.000 € erzielt. Für Tiere mit knapperer Leistung und kleinen Schwächen mussten hingegen deutliche Zugeständnisse beim zu erzielenden Preis akzeptiert werden, was die breite Preisspanne von 900 € bis 4.600 € eindrucksvoll unterstreicht. Der Durchschnittspreis pendelte sich bei zügigem Marktverlauft oberhalb des Vormonatswertes bei 2.700 € ein. Den Tageshöchstpreis sicherte sich Karl-Heinz Eickhoff aus Oelde mit einer in allen Belangen überzeugenden Lambda-Tochter, die ohne große Umwege direkt im Schauring hätte antreten können. Hier war es ein Züchter aus dem Hochsauerlandkreis, der sich diese Ausnahmefärse ganz oben auf dem Wunschzettel notiert hatte und sich auch von den zahlreichen Mitbietern nicht abschrecken ließ. Bis auf 4.600 € kletterten die Gebote bevor der Hammer des Auktionators den Zuschlag erteilte und die Färse unter Applaus den Ring Richtung Melkstand verließ.  Aus der Zucht von Ludger Wiewer aus Drensteinfurt stammte eine nicht weniger beeindruckende Rompen Red-Tochter, die aus einer exzellenten MATISSE RED-Tochter gezogen wurde. Auch diese Färse überzeugte mit einem glasklaren Fundament, einem harmonischen Gesamtbild und einer hohen Einsatzleistung und wurde zu Steigpreis von 4.100 € in den Oberbergischen Kreis verkauft. Knapp dahinter platzierte sich eine Pursuit-Tochter aus der Zucht von Burkhard Diekmann aus Soest, die sich körper- und euterstark im Ring präsentierte und aufgrund ihres Kuhstamm und Nutzungsdauerzuchtwertes auf Langlebigkeit schließen ließ. Sie wechselte zum Gebot von 4.000 € in eine Zuchtbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke. Den Steigpreis von 3.800 € erzielten drei absolut ebenbürtige Färsen, die allesamt mit Einsatzleistung von gut 40 kg Milch und einem tadellosen Exterieur auf sich aufmerksam machten. Zuerst eine SIMON P-Tochter aus der Stiepermann GbR aus Ladbergen, die für einen Kunden aus Niedersachsen verladen wurde. Als Zweites eine Migel-Tochter aus der Zucht von Christoph Wissling aus Ahlen, die sich ein Züchter aus dem Kreis Steinfurt sicherte und als Dritte im Bunde eine Carenzo-Tochter aus dem Zuchtbetrieb von Paul Büning aus Warendorf, die am Auktionsabend die Reise nach Norditalien antrat. 

Interessantes Jungviehangebot

Am Jungviehmarkt standen 16 Jungrinder und 18 Kälber zur Auswahl und das Angebot konnte sich in puncto Entwicklung der Tiere und auch in Bezug auf die zum Teil vorhandenen Zuchtwerte absolut sehen lassen. Die Durchschnittspreise für die Jungrinder kletterten auf 1.044 € im Durchschnitt. Für Zuchtkälber mussten 786 € im Mittel angelegt werden. Bei den Jungrindern wurde der herausstechende Spitzenpreis von 2.500 € für eine Enclave-Tochter mit einem Zuchtwert von gRZG 142 und  gRZ€ 1.741 gezahlt. Das Jungrind stammte aus der Zucht von Andreas Pröbsting aus Everswinkel und wurde nach Niedersachsen verkauft. Es folgten eine SKAT P-Tochter und eine SHORE PP-Tochter aus der Zucht von Johannes Krebbers aus Weeze, die für je 1.150 € einem Käufer aus dem Rheinisch Bergischen Kreis zugeschlagen wurden. Eine SCOFIELD P-Tochter aus der Zucht von Markus Schapmann aus Ostbevern kostete 1.100 €. Die Spitzenpreis am Zuchtkälbermarkt sicherte sich ebenfalls Andreas Pröbsting. Eine von ihm gezogene Vivify-Tochter mit 143 gRZG wurde für 1.500 € im Kaufauftrag nach Baden-Württemberg vermittelt. Ein hornlose HANDOUT P-Tochter mit 142 gRZG wechselte für 1.350 € in den Kreis Borken und eine FLYER-Tochter für 900 € in den Kreis Gütersloh. Der Jungrinder und Kälbermarkt zeigte sehr deutlich, welches genetische Niveau schon die Verkaufstiere erreichen können, wenn die genomische Selektion in der Zucht konsequent angewandt wird. 

Die nächste Zuchtviehversteigerung der Rinder- Union West eG in Hamm findet am Dienstag, den 1. April 2025 statt. Auktionskataloge können bei der RUW unter 0251/9288-226 angefordert werden und stehen unter www.ruweg.de zum Download bereit.

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